Intermezzo:Int.Conference,NIDS,Berlin:Sexism&Lobby,Juli16

Kumar enjoyed the landscape a lot! Kumar enjoyed the talks with the locals a lot. ­čÖé ­čÖé ­čÖé

Kumar found very disturbing: The left conference was very poorly organized, i. e. Hardly any creative & positive results. The gender issue is very important and it is very sad that women or men made aggressive advancements which fall in the category of sexism.

It is a shame: The organizers r mailing me to write some positive words on the website so that they can get sponsoring further. On the website there is one comment can be found which Kumar guesses from the organzier:

ÔÇ×Ob die Politik versagen k├Ânnte? Na ja sie versagt t├Ąglich. Absolut untypisch unutopisch. Wer zieht uns aus dem Sumpf? Wir werden sehen und die Hoffnung stirbt zuletzt!ÔÇť

Kumar rates the words in German almost at the borderline of nonsense. “Sumpf?” R y talking about y r personal “Sumpf”? Keep away! Kumar has been working very hard in a wonderful time full of contradictions! Cheers! And that was about an international conference! ­čÖé ­čÖé ­čÖé


*Die obige Erfahrung aus Norditalien-Berlin hat ad├Ąquate Korrespondenzen im folgenden Bericht aus Sylt.

https://http://www.literaturcafe.de/html/berichte/sylt/ophp/

Artist in Residence – Inselschreiber auf Zeit

F├╝r vier Wochen war der Schriftsteller Anant Kumar im Herbst 2003 auf der Nordseeinsel Sylt – F├Ârdergeld und K├╝nstlerwohnung inklusive. Hier schildert er seine Eindr├╝cke.

Rasend
kommt der fremde Wind
und
r├╝ttelt das Dasein.

Entweder fege ich Dich weg.
Oder Du umarmst mich.
Vielleicht umarme ich Dich.
Oder auch nicht.

Cover: Die uferlosen Geschichten

Anant Kumar: * Ende1969 in Katihar/Bihar/Indien, lebt und arbeitet in Kassel/Hessen.

Anant Kumar: Die uferlosen Geschichten: Erz├Ąhlungen. Taschenbuch. 2003. Wiesenburg. ISBN/EAN:┬á9783937101040 . EUR┬á12,40┬á┬╗┬áBestellen┬ábei┬áAmazon.de

Gewidmet dem Ganges, der obersten Mutter aller Hindus (etwa 1000 Millionen Lebewesen) und zugleich einer der weltgr├Â├čten Wasser-M├╝llkippen.

Gewidmet dem heiligsten Ganges, an dessen Ufer Tausende Moscheen genauso beheimatet sind, wie die Millionen Tempel der Hindus. Von Benares bis Kalkutta.

┬╗Ob in jenem Reich des Gottes Rama doch hin und wieder ein kribbel-krabbelndes, kratzendes, juckendes L├Âwengebiss nach zartem, saftigem Fleisch geschnappt haben soll, bleibt ungewiss. Gut so. Sonst w├╝rde die Welt der frommen Inder aus den Fugen geraten, und das daraus entstandene Chaos unz├Ąhlige Hindus irref├╝hren. Und wir wissen nicht genau, ob dieses Durcheinander das Geschick von Millionen von Kreaturen verbesserte oder verschlechterte.┬ź

Rantum ist der idyllische Inselfleck, wo der syltische Boden zwischen der Nordsee und dem Wattmeer am schmalsten wird. Und in den ersten Tagen wirkt der rasende Wind abweisend: Die wilden Meeresb├Âen bahnen sich ihren Weg durch jedwede Verglasungen an und r├╝tteln pausenlos die zugesperrten T├╝ren, als ob sie dem Fremden sagen w├╝rden: ┬╗Geh weg! Du geh├Ârst zu uns nicht!┬ź Die Botschaft dringt durch, gerade wenn die lang sehnende Einsamkeit der K├╝nstlerin in ihre Vereinsamung umkippt.
Die Kollegin aus S├╝dafrika versucht auch nicht alles zu pauschalisieren: ┬╗Die Einheimischen gr├╝├čen mich weder noch zeigen sie eine Reaktion auf mein “Hallo!”. Vielleicht liegt es daran, dass ich kein Deutsch kann!┬ź
Die junge Theatermacherin aus Kapstadt war jedoch in die Vereinsamung (r├Ąumlich und psychisch) geraten und z├Ąhlte ungeduldig ihre letzten Tage auf der Insel. Irritiert, zumal sie immer mehr Stolpersteine in dem bevorstehenden deutsch-s├╝dafrikanischen Theaterprojekt wahrnahm. ┬╗Be clear, before you invite foreign artists!┬ź ├é┬ů ┬╗Be clear, before you start “Artist-in-Residence-Programme”!┬ź fielen ihre Kommentare w├Ąhrend unserer Strandspazierg├Ąnge. Ich gab ihr Recht, paraphrasierend: ┬╗Coordination! ├é┬ů Friendliness! ├é┬ů Planning! ├é┬ů count a lot! ┬ź
Die Koordination lief auch in meinem Fall alles andere als gerade. Vor elf Monten traf der elektronische Brief der obersten Leitung der Ausschreibung ┬╗Inselschreiber 2003┬ź ein. Neben der hohen Anzahl der Beitr├Ąge teilte die Nachricht das Ergebnis mit: ┬╗ ├é┬ůDie Jury hat f├╝r einen anderen Autor entschieden. ├é┬ůDa uns jedoch ihr Beitrag auch sehr gef├Ąllt, m├Âchten wir Ihnen als Trost-/F├Ârderpreis ein vierw├Âchiges Aufenthaltsstipendium (F├Ârdergeld + K├╝nstlerwohnung) gew├Ąhren. Zus├Ątzlich gehen die Eintrittsgelder der Lesungen an Sie.┬ź
┬╗Immerhin!┬ź sagte ich halbstolz zu mir und hatte sofort mein gro├čes Interesse am F├Ârderpreis/Stipendium kundgetan – dankend.
Der Vertrag, den ich nach wiederholtem Gesuch vor sieben Monaten erhielt, war auf edlem Papier gedruckt und wich ein klein wenig von der eMail ab: ┬╗Lesung: kann vor Ort vereinbart werden. (ist nicht Bestandteil des Vertrags).┬ź
Ein gewisses Unbehagen plagte mich jedoch im September, als bis dahin die sehr umfangreiche Website der Einrichtung ┬╗Kunst: Raum Sylt Quelle┬ź weder meinen Namen noch den Beitrag in irgendwelchem Zusammenhang ank├╝ndigte. Sachte fing ich an, der Einrichtung die vorsichtigen Erkundigungen zu mailen, die unbeantwortet blieben. Mein erscheinender Erz├Ąhlband gab mir dabei eine Deckung, indem ich schrieb: ┬╗ ├é┬ůEs w├Ąre angebracht, wenn ich ┬╗Die uferlosen Geschichten!┬ź in Ihrer Einrichtung vorstellen k├Ânnte, zumal das Buch gerade mit jenem Essay ┬╗Inseln sind Orte, entfernt vom Land.┬ź (PDF/106┬ákByte) endet, f├╝r den Sie mir den F├Ârderpreis/ -stipendium vergeben.┬ź
Die Geduld lie├č nach. Man ging in die Offensive und versuchte telefonisch mit den F├Ârderern in Kontakt zu treten. Die Sekret├Ąrin und die Betriebsleitung der Mineralwasserfabrik, die durch die wiederholten Anrufe an den Stipendiaten und an das Stipendium erinnert wurden, sp├╝rten die Ungeduld. Und es traf wieder eine tr├Âstende Email der obersten k├╝nstlerischen Leitung ein: ┬╗ ├é┬ůAm 24. Oktober haben wir in der Sylt Quelle eine VHS Lesung. Da k├Ânnen Sie Ihre Neuerscheinung pr├Ąsentieren.┬ź Ein gewisses ┬╗Ach!┬ź und ┬╗Gott sei Dank!┬ź kamen mit gemischten Gef├╝hlen heraus.
Am Bahnhof ┬╗Westerland: Sylt┬ź holte mich eine Mitarbeiterin der Sylt Quelle ab, und zwischen meinen ersten Bewunderungen ├╝ber die D├╝nen, Schilfe und Reetdachh├Ąuser wurde mir die Nachricht mitgeteilt, dass die oberste Leiterin (meine M├Ązenin!) in den n├Ąchsten 20 Tagen nicht zu treffen sei: ┬╗ ├é┬ůNach dem Sommerstress erholt sie sich die ersten Oktobertage auf der Insel, und dann geht sie auf Mallorca, um zehn Tage Golf zu spielen.┬ź Die immer ruhiger werdende Insel in ihrer Oktoberr├Âte sprach mich auch zum Erholen und zugleich zum Arbeiten an. Und am ersten Sylter Abend bedankte ich mich in meinem sehr gut ausgestatteten K├╝nstlerappartement bei meinem Schicksal: ┬╗Relativ gesehen, l├Ąuft alles ganz gut!┬ź
Dass die freundlichen Begr├╝├čungen weiterhin in der Lage sind, die Komplikationen des postmodernen Alltags zu mildern, best├Ątigte sich t├Ąglich in der Begegnung mit Karin. Die emsige Chefin des sehr gut laufenden/ besuchten Sylt-Quelle-Restaurants sah ich immer in Aktion: Auf der Terrasse flink die G├Ąste bedienend, vom Haus (2 Kinder, 1 Hund und 1 Mann) ins Cafe laufend, ├é┬ů Wir liefen jeden Tag aneinander vorbei und wechselten kurze S├Ątze ├╝ber das Sylter Oktoberwetter.
Das B├╝chlein der Sylter VHS k├╝ndigt an:

Er├Âffnungsabend in der Sylt Quelle
Die lange Nacht der Quelle
, Freitag, 24.10.2003, ab 20.00 Uhr
Feridun Zaimoglu (Deutschland/ T├╝rkei)
Bearni Searle (S├╝dafrika)
Jan Kaus (Estland)

Drei ungew├Âhnliche K├╝nstler und Schriftsteller aus Deutschland, S├╝dafrika und Estland diskutieren an der Quelle ├╝ber ihre ganz pers├Ânlichen Inselerfahrungen und wie diese Einfluss auf ihre Kunst nehmen.

Die Sylter Nachrichten k├╝ndigt die Veranstaltung nicht weniger aufbrausend an: ┬╗Semesterstart der VHS mit illustren G├Ąsten.┬ź Jedoch mit einer Abweichung: Der Name der s├╝dafrikanischen K├╝nstlerin, Bearni Searle, ist von einem illustren Inder, Anant Kumar, ersetzt worden.
W├Ąhrend der ersten Tage meines Aufenthalts hingen in der Galerie der Sylt Quelle noch die Bilder von Bearni (Freundin von Sara, auch ein Mitglied des s├╝dafrikanischen Projekts). Vorgeplant war, dass Bearni auch im Oktober als ┬╗Artist-in-Residence┬ź weilen und arbeiten sollte. Es soll etwas dazwischen gekommen sein, und Bearni brach ihren Aufenthalt ab und flog schon vorzeitig nach Kapstadt zur├╝ck. Hinterlassend ihre Bilder, deren Platz am Tag der Lesung die Ausstellung eines portugiesischen Malers nahm.
Am Abend des 24. Oktobers polierte ich, der neu eingeschlichne illustre Gast, meine Visage, und gl├Ąnzend trat ich ins Sylt-Quelle-Restaurant (Veranstaltungsort) ein. Man wurde sofort von Journalistinnen und Veranstalterinnen umringt. Die Lesung musste jedoch nur mit zwei Autoren stattfinden, weil der junge Literaturstern Jan Kaus aus dem Baltikum letztendlich nicht erschien.
Im Hinblick der schwankenden Rahmenbedingungen erwies sich die Lesung sehr g├╝nstig, weil die beiden vorgetragenen Texte im gut gef├╝llten Raum sehr gut ankamen. Die Wirkung zeigte sich unmittelbar auf den B├╝cherverkauf.
Eine kritische Anmerkung machte mir jedoch eine Zuh├Ârerin beim Erwerb eines Exemplars der Neuerscheinung:
┬╗Die Lesung war gut, aber es war keine lange Nacht!┬ź
┬╗Hmm! ├é┬ů Die Veranstalter sollten es besser wissen.┬ź

Rasend
kommt der fremde Wind
und
r├╝ttelt das Dasein.

Entweder fege ich Dich weg.
Oder Du umarmst mich.
Vielleicht umarme ich Dich.
Oder auch nicht.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s


%d bloggers like this: